Die Power Apps gehören zur Microsoft Power Platform, welche mehrere Produkte zusammenfasst. Hier eine Übersicht über die verfügbaren Microsoft Power Platform Produkte und deren Anwendungsbereiche:
- Power BI: Erstellung von Berichten & Dashboards
- Power Apps: Entwicklung maßgeschneiderter Applikationen
- Power Automate: Automatisierung wiederkehrender Aufgaben
- Power Virtual Agent: Erstellung von Chatbots
- Power Pages: Erstellung von Websites
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Kostenloses Whitepaper: Microsoft Power Platform
Die Microsoft Power Platform ist einer der Technologieschwerpunkte von Microsoft in der Cloud und bildet zusammen mit anderen Produkten wie z.B. Azure und Dynamics 365 den Microsoft Stack.
Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Komponenten der Programmfamilie, deren Anwendungsbereiche und Lizenzmodelle! Sie finden in diesem Paper auch Informationen zur Cloud-Datenbank Dataverse.
Hier ist Ihr Microsoft Power Platform Whitepaper
consultnetwork Microsoft Power Platform Whitepaper (700,0 KiB)Architektur der Power Apps
Unser Architekturschaubild zeigt die Power Apps und die unterschiedlichen Varianten der Datenhaltung.
Erstellung von Power Apps
Power Apps werden über die Microsoft Power Platform bereitgestellt. Die Nutzung von Power Apps passiert über https://make.powerapps.com, über die Power-Apps-Mobile-App sowie über Microsoft Teams. Anwender können eigene Apps erstellen und bestehende Apps konsumieren.
Bei der Erstellung einer neuen App kann der Entwickler zwischen verschiedenen App-Arten wählen:
- Canvas App: Zur Erstellung von individuell gestalteten Applikationen unter Verwendung unterschiedlicher Datenquellen. Canvas Apps können flexibel für mobile Endgeräte, Tablets und Desktop-Umgebungen entwickelt und entsprechend optimiert werden.
- Modellgesteuerte App: Zur Erstellung von Applikationen auf Basis eines Dataverse-Datenmodells. Diese App-Art eignet sich besonders für komplexe und prozessorientierte Geschäftsanwendungen mit umfangreichen Datenstrukturen.
- Power Pages (früher Portal-App): Zur Erstellung von Low-Code-Websites für interne oder externe Zielgruppen, beispielsweise für Self-Service-Portale oder externe Geschäftspartner.
Die eigentliche Entwicklung der Apps (Canvas, Modeldriven) erfolgt mit Power Apps Studio. Abhängig von der gewählten App-Art stehen unterschiedliche Entwicklungs- und Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung. Canvas Apps können dabei jederzeit an Dataverse angebunden werden, auch zu einem späteren Zeitpunkt der App-Entwicklung.
Zusätzlich bietet Power Apps die Möglichkeit, Anwendungen direkt in Microsoft Teams einzubetten. Sowohl die Entwicklung als auch die Nutzung der Apps kann innerhalb von Teams erfolgen.
Lizenzmodell
Preise verändern sich schnell. Daher bitten wir Sie, sich über die aktuellen Preise direkt bei Microsoft zu informieren. Unter diesem Link finden Sie das aktuelle Power Apps-Pricing und die Lizenzierungsübersicht.
Datenhaltung
In den meisten Fällen benötigt eine App Daten, die gespeichert werden und für User zugänglich sein müssen. Die Power Apps, welche am Dienst laufen, sind nicht für die Datenhaltung konzipiert, weshalb wir eine zusätzliche Datenhaltung entweder in einer Datei oder in einer Datenbank benötigen. Die wichtigsten Möglichkeiten zur Datenhaltung für Power Apps in der Cloud und On-Premise werden im Weiteren kurz beschrieben:
Die einfachste Variante für die Datenhaltung ist, die Daten in einer Excel-Datei zu speichern, welche zum Beispiel am SharePoint oder in einem OneDrive-Ordner ablegt wird. Wichtig dabei ist, das jeder User, der die App verwendet, auf die Daten im File berechtigt ist.
Als professionelle Alternative kann Microsoft Dataverse verwendet werden. Dataverse ist die native Clouddatenbank der Power Platform, welche von der Größe her skaliert werden kann und bereits eine Reihe von standardmäßigen Tabellen, das sogenannte Common Data Model, vor konfiguriert enthält. Mit der Dataverse Datenbank erhält man eine fertige Datenbankstruktur zu Themen wie Kunden oder Mitarbeiter. Es ist möglich, ergänzend benutzerdefinierte Tabellen anzulegen und mit den Standardtabellen zu verknüpfen sowie in Beziehung zu setzen. Mit geringem Aufwand kann so eine Datenbank für eine App konfiguriert werden. Jene Tabellen des Dataverse Modells, die die zu erstellende App nicht benötigt, werden einfach nicht verwendet. Der Vorteil dabei ist, dass durch die Verwendung des Common Data Models eine applikationsübergreifende Verknüpfung von Daten aufgrund des App übergreifenden Datenmodells sehr gut möglich ist.
Des Weiteren kann auch eine Azure SQL-Datenbank für die Datenhaltung verwendet werden. Weitere online Datenquellen wie z.B. Dynamics 365 sind auch problemlos möglich.
Darüber hinaus können die Power Apps mit einer SQL-Datenbank oder einem Excel File verbunden werden, welche On-Premise im Unternehmen liegen. Hier wird ein Gateway benötigt, der die Interaktion der Power Apps mit der Datenbank steuert.
Neben dem lesenden Zugriff sind natürlich auch Schreibvorgänge möglich. Dazu kann entweder die integrierte Patch-Funktion der Power Apps verwendet oder auch eigene Prozeduren und Befehle geschrieben werden.
Kombination unterschiedlicher Produkte der Microsoft Power Platform
Die unterschiedlichen Produkte der Microsoft Platform können miteinander kombiniert und einzelne Funktionen im jeweils anderen Produkt zur Verfügung gestellt werden. Mit Power Apps bekommt man auch Funktionalitäten von Microsoft Power Automate bereitgestellt, die für die Abbildung von komplexeren Vorgängen und Logiken verwendet wird. In unserem Anwendungsbeispiel, welches Sie weiter unten finden, wäre das bspw. die Firmenautovorrangregel. Hier arbeitet im Hintergrund eine Prozedur, die mit Power Automate ausgeführt wird. Ein typisches Beispiel für die Kombination von Power Apps und Power Automate ist ein Genehmigungsprozess: Power Apps dient als Benutzeroberfläche zur Erfassung und Anzeige der Daten, während Power Automate im Hintergrund die mehrstufige Freigabelogik steuert, Benachrichtigungen versendet und Entscheidungen automatisiert verarbeitet.
Anwendungsbeispiel: Ressourcenplanung mit Power Apps
In der Corona-Krise haben die meisten unserer Mitarbeiter von zu Hause gearbeitet, viele unserer Büros waren nicht besetzt. Bis heute gibt es einen Homeoffice Anteil. Nichtsdestotrotz ist die Anzahl der Mitarbeiter über die Anzahl der Büroarbeitsplätze in den letzten Jahren hinausgewachsen, weshalb wir ein Werkzeug zur Verwaltung der Arbeits- und Parkplätze benötigten.
Power Apps stellten sich dafür als geeignetes Tool dar! Um Ihnen ein Gefühl dafür zu geben, was mit Power Apps alles realisierbar ist, zeigen wir Ihnen in diesem Video, wie einfach die von uns entwickelte Applikation funktioniert.
In dieser Applikation verwenden wir benutzerdefinierte Maps, welche interaktiv gestaltet sind. Mit einem einfachen Klick auf die Map wird der gewünschte Raum bzw. Parkplatz ausgewählt und kann gebucht werden. Wie Custom Maps erstellt werden, verraten wir Ihnen in unserem On-Demand-Webinar.
In Kombination mit Power Automate erfolgt die Interaktion mit unserem SQL-Server, auf dem die Daten gespeichert werden. Die Integration von Microsoft Outlook ermöglicht außerdem das Versenden von Benachrichtigungen an die Mitarbeiter im Falle von Stornierungen. Darüber hinaus wurde ein Ticketsystem integriert, wodurch Supportanfragen in ein dafür vorgesehenes Planner Board übertragen werden.
Power Automate
Power Automate ist ein Cloud-Dienst von Microsoft, mit dem wiederkehrende und manuelle Aufgaben automatisiert werden können. Er ist Teil der Microsoft Power Platform und lässt sich nahtlos in Anwendungen wie Outlook, Excel, SharePoint, Teams, Power BI und weitere Microsoft- sowie Drittsysteme integrieren.
Ziel von Power Automate ist es, standardisierte Prozesse automatisiert auszuführen, um Zeit zu sparen, Fehler zu vermeiden und Abläufe effizienter zu gestalten. Besonders im Controlling bietet Power Automate zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, da viele Tätigkeiten regelmäßig, regelbasiert und datengetrieben sind.
Ein automatisierter Prozess in Power Automate wird als „Flow“ bezeichnet. Jeder Flow besteht aus einem Auslöser, optionalen Bedingungen und einer oder mehreren Aktionen. Der Auslöser definiert, wann der Flow gestartet wird, beispielsweise zu einem festen Zeitpunkt, beim Eintreffen einer E-Mail oder bei einer Änderung von Daten. Bedingungen prüfen, ob bestimmte Kriterien erfüllt sind, bevor Aktionen ausgeführt werden. Aktionen sind die eigentlichen Arbeitsschritte, wie das Versenden von E-Mails, das Speichern von Dateien oder das Aktualisieren von Daten.
Ein typisches Anwendungsbeispiel ist der automatische Versand von Berichten. Berichte aus Power BI oder Excel können zeitgesteuert oder ereignisbasiert automatisch per E-Mail an definierte Empfänger versendet werden. Dadurch entfällt der manuelle Versand und es wird sichergestellt, dass alle Empfänger ihre Informationen pünktlich und in einheitlicher Form erhalten.
Ein weiteres häufiges Einsatzszenario ist die automatisierte Verarbeitung von E-Mail-Anhängen. Eingehende E-Mails können überwacht werden, und enthaltene Anhänge werden automatisch in festgelegten Ordnern abgelegt, zum Beispiel in SharePoint oder OneDrive. Die Ablage kann dabei nach Kriterien wie Datum, Absender oder Dateityp erfolgen. Diese Daten können anschließend direkt für Auswertungen weiterverwendet werden.
ALM-Prozess
Application Lifecycle Management (ALM) beschreibt den strukturierten Umgang mit einer Power-Apps-Anwendung über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Entwicklung über Tests bis hin zum produktiven Betrieb. Deployment ist dabei ein zentraler Bestandteil, da es sicherstellt, dass Änderungen kontrolliert und reproduzierbar in die jeweiligen Umgebungen überführt werden.
Ein sauberer Deployment-Prozess verhindert, dass Anpassungen direkt im Produktivsystem erfolgen. Stattdessen werden Änderungen zunächst in einer Development-Umgebung entwickelt, in einer Test-Umgebung geprüft und erst nach Freigabe in die Production-Umgebung ausgerollt. Diese Trennung ist essenziell, um Stabilität, Datenintegrität und Betriebssicherheit zu gewährleisten.
In Power Apps kann das Deployment manuell über den Export und Import von Lösungen oder automatisiert über Pipelines umgesetzt werden. Während der manuelle Ansatz für kleine oder wenig kritische Anwendungen ausreichend sein kann, ist er nur eingeschränkt skalierbar und fehleranfällig. Pipelines unterstützen dagegen einen standardisierten ALM-Prozess, bei dem Versionierung, Abhängigkeiten, Validierungen und Freigaben fest definiert sind.
Gerade in größeren Projekten oder in unternehmenskritischen Anwendungen sind ALM und ein strukturierter Deployment-Prozess unverzichtbar, um Qualität, Sicherheit und langfristige Wartbarkeit der Lösung sicherzustellen.
Sie interessieren sich für Power Apps und/oder haben eine Aufgabenstellung, von der Sie wissen möchten, ob man sie mit Power Apps lösen kann?
Dann kontaktieren Sie uns gerne!
Wir besprechen mit Ihnen Ihre Anforderungen & schauen uns an, ob Power Apps eine mögliche Lösung für Ihre Aufgabenstellung sind.
Mag. Mario Rosenfelder
Geschäftsführer (CEO)






