Welche Megatrends werden unsere Strategie 2026 beeinflussen?
von Mario Rosenfelder
Die meisten unserer Kunden, und auch wir bei consultnetwork, haben die Budgetierung für das nächste Jahr abgeschlossen. Und wie immer gilt: Nach der Planung ist vor der Planung!
Wir sollten über strategische Themen nachdenken und analysieren, wie es mit unserem Geschäften langfristig weitergeht. Im ersten Schritt schaue ich mir daher immer an, welche großen Trends anstehen und wie diese die Wirtschaft im Allgemeinen, aber auch unser Unternehmen im Speziellen in den nächsten Jahrzehnten beeinflussen werden.
In diesem Artikel lasse ich Sie an meinen Überlegungen teilhaben. Vielleicht sind meine Gedanken ja ein interessanter Input für Ihre eigenen.
Kennen Sie einen weiteren Megatrend, der unsere Strategie 2026 beeinflussen wird? Dann teilen Sie diesen gerne mit uns!
Demografischer Wandel
In den kommenden Jahren wird der demografische Wandel dazu führen, dass viele Erwerbstätige in den Ruhestand treten, während die nachrückende Generation zahlenmäßig kleiner wird. Gleichzeitig gewinnt für jüngere Generationen – insbesondere Gen Z und Millennial – die Work-Life-Balance zunehmend an Bedeutung, wie der Deloitte 2025 Gen Z and Millennial Survey zeigt. Entsprechend kann nicht davon ausgegangen werden, dass zukünftige Generationen im gleichen Umfang arbeiten wie frühere. Dieser Trend hat bereits heute und künftig einen erheblichen Einfluss auf die am Arbeitsmarkt verfügbare Workforce.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die strategische Frage, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die Zukunft unseres Beratungsunternehmens hat, dessen Erfolg maßgeblich auf engagierten und qualifizierten Mitarbeitern beruht?
Klimawandel
Ein weiteres zentrales Thema ist der Klimawandel und die damit verbundene Transformation der Wirtschaft, die maßgeblich durch gesetzliche und regulatorische Vorgaben geprägt wird. Diese Rahmenbedingungen beeinflussen wesentlich, was wir tun bzw. tun dürfen.
Für unser Beratungsunternehmen bedeutet dies, dass regulatorische Anforderungen und Nachhaltigkeitsvorgaben unsere Leistungsangebote, Prozesse und strategische Ausrichtung zunehmend bestimmen. Gerade das Thema des ESG Reportings beschäftigt uns und viele unserer Kunden in den letzten Jahren intensiv.
Künstliche Intelligenz
Die rasante Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist definitiv ein Megatrend, der nicht nur einzelne Prozesse, sondern ganze Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten verändert. Routinetätigkeiten lassen sich zunehmend automatisieren, Entscheidungen datengetriebener treffen und Dienstleistungen effizienter skalieren. Gleichzeitig entstehen neue Abhängigkeiten von Technologieanbietern sowie erhöhte Anforderungen an Datenqualität, Governance und regulatorische Konformität.
Für unser Beratungsunternehmen ist entscheidend, KI gezielt einzusetzen, um Effizienzpotenziale zu realisieren und neue Beratungsleistungen zu entwickeln, ohne dabei Governance, Qualität und regulatorische Anforderungen aus dem Blick zu verlieren.
On-Premises vs. Cloud-Lösungen
Auch im Softwarebereich ist ein klarer Strukturwandel zu beobachten: Die Bereitstellung verlagert sich zunehmend von On-Premises hin zu Cloud-Lösungen. Diese Entwicklung ermöglicht Skaleneffekte, hohe Automatisierungsgrade und Kostensenkungen. Gleichzeitig führt sie jedoch zu einer stärkeren Abhängigkeit von Cloud-Anbietern, die strategisch zu berücksichtigen ist.
Für uns stellt sich dabei die strategische Frage, wie wir die Vorteile der Cloud gezielt nutzen können, ohne uns langfristig in kritische Abhängigkeiten zu begeben.
Kooperationen
Wir kommen aus einer wirtschaftlichen Situation, in der in den vergangenen Jahrzehnten die globale Wirtschaft stark auf Kooperation und internationale Arbeitsteilung ausgerichtet war. Ganze Volkswirtschaften konzentrierten sich auf jene Bereiche, in denen sie ihre jeweiligen Stärken hatten, wodurch hochgradig vernetzte Lieferketten und erhebliche Skaleneffekte entstanden. Beispielsweise wurde Software in den USA entwickelt, Maschinen und Fahrzeuge in Deutschland produziert und personalintensive Bauteile in China in großer Stückzahl gefertigt. Dieses Modell hat sich über Jahre hinweg etabliert und bewährt. Die daraus resultierende gegenseitige Abhängigkeit wurde weitgehend akzeptiert und bildete die Grundlage für Effizienz und Wachstum. Gleichzeitig entstanden dadurch jedoch strukturelle Abhängigkeiten, die in einem veränderten geopolitischen Umfeld zunehmend zum Risiko werden.
Für unser Unternehmen ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Anbieterabhängigkeiten bewusst zu steuern und technologische Alternativen zumindest strategisch mitzudenken, um Risiken langfristig zu begrenzen.
Aktuell ist zudem ein deutlicher Anstieg protektionistischer Tendenzen zu beobachten, womit sich ein weiterer zentraler Trend abzeichnet, der diese Abhängigkeiten weiter verschärft.
Protektionismus
Mit dem aktuellen US-Präsidenten ist ein politisches Mindset an die Macht gekommen, welches die nationalen Interessen in den Vordergrund stellt und internationale Regeln sowie etablierte Formen der globalen Arbeitsteilung infrage stellt. Damit verlieren bisher verlässliche, global organisierte Liefer- und Wertschöpfungsketten zunehmend an Stabilität.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Tech-Branche, in der Europa stark von US-amerikanischen Anbietern abhängig ist. Soll diese Abhängigkeit reduziert werden, wird Europa gezwungen sein, eigene Kompetenzen in den Bereichen Software, Datenhaltung und digitale Infrastruktur aufzubauen. Dies erfordert erhebliche Investitionen und führt zwangsläufig zu Redundanzen und Effizienzverlusten auf beiden Seiten. Der daraus entstehende Protektionismus stellt einen Trend dar, der erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen hat und uns auch in den kommenden Jahren maßgeblich beschäftigen und bremsen wird.
Für unser Unternehmen erhöht dieser Trend die Komplexität des Marktumfelds erheblich und erfordert eine stärkere Fokussierung auf strategische Unabhängigkeit, europäische Lösungen und langfristige Planungssicherheit.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die beschriebenen Megatrends das wirtschaftliche und technologische Umfeld nachhaltig verändern und in vielen Bereichen komplexer werden. Demografischer Wandel, Klimawandel, technologische Transformation, zunehmende Abhängigkeiten sowie protektionistische Tendenzen wirken dabei nicht isoliert, sondern verstärken sich gegenseitig.
Für uns als Beratungsunternehmen bedeutet das, dass wir unsere strategische Ausrichtung kontinuierlich hinterfragen, flexibel auf neue Rahmenbedingungen reagieren und gezielt Kompetenzen aufbauen müssen, um auch in einem sich wandelnden Umfeld langfristig erfolgreich zu bleiben.
Sind Sie in Ihrer Analyse auf einen weiteren Trend gestoßen, den ich hier nicht berücksichtigt habe? Dann freue ich mich, wenn Sie diesen mit uns in den Kommentaren teilen. Sie interessieren sich für das Reporting, die Unternehmensplanung oder die Konzernkonsolidierung? Dann kontaktieren Sie mich. Gerne bespreche ich mit Ihnen Ihre Anforderungen im Detail und erarbeite einen Lösungsansatz, der auch unter schwierigen Rahmenbedingungen die Unternehmenssteuerung optimal unterstützt. Buchen Sie direkt ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch mit mir.
Mit freundlichen Grüßen Ihr Mario Rosenfelder
Mag. Mario Rosenfelder
Geschäftsführer (CEO)